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Winterurlaub in Schweden

Da man ein Erlebnis wie dieses nicht einfach mit ein paar kurzen Erzählungen abtun kann und so viele von euch oft nach Schwedentipps fragen, habe ich mir überlegt, hier mal etwas ausführlicher über unser kleines Abenteuer zu berichten.

Dieser Beitrag enthält Werbung.

Den Entschluss, nach Schweden zu fahren, haben wir spontan im November 2015 gefasst und dann relativ schnell unser Häuschen gebucht. Wir sind zu viert gefahren, da so ein Urlaub (vor allem mit Ferienhaus und Sprit) doch mit relativ hohen Kosten verbunden ist und wir uns diese und die Fahrtzeit dann gut einteilen konnten. Generell kann ich jedem empfehlen, mit dem Auto dorthin zu fahren, der in einem Ferienhaus wohnt, da man mobil ist und gleich ein paar Einkäufe mit aus Deutschland nehmen kann. Es ist zwar nicht alles teurer dort, aber bei bestimmten Dingen, wie beispielsweise Alkohol, kann es sich durchaus lohnen, vorher einkaufen zu gehen.

Wir haben damals die Fähre um 16 Uhr von Rostock nach Trelleborg genommen (die Überfahrt dauert ein paar Stunden) und sind dann von 22 Uhr bis 9 Uhr morgens von Trelleborg hoch in das kleine Örtchen Backe gefahren, das waren von der Fähre aus nochmal etwas über 1000km. Da die Fahrt ist relativ lang ist, kann ich jedem ans Herz legen, etwas länger als eine Woche zu bleiben. Wir sind damals aus zwei bestimmten Gründen so weit Richtung Norden gefahren (wobei wir trotz der langen Strecke nichtmal ansatzweise nörlich im Land waren): wir wollten Polarlichter sehen und sicher gehen, dass wir auf jeden Fall eine Menge Schnee haben. Zu diesem Zeitpunkt war nämlich auf der Höhe von Stockholm kaum Schnee, weshalb die Entscheidung, etwas weiter nach Norden zu fahren, gar nicht so abwegig war.

Polarlichter haben wir damals leider keine sehen können, da es schon etwas später in der \“Saison\“ war. Man hat wohl vor allem von November bis Januar Glück. Es gibt aber viele Onlineseiten, die einem (fast wie bei einer Wettervorhersage) mitteilen, zu welcher Uhrzeit man mal raus schauen sollte.

Noch kurz etwas zum Auto: Wir haben trotz des vielen Schnees keine Schneeketten gebraucht (wir hatten aber auch Allrad), es schadet aber definitiv nicht, welche dabei zu haben.

Ferienhäuser gibt es online ganz viele. Falls ihr im Sommer fahrt, empfehle ich euch ein Haus am See, im Winter ist das aber nicht so wichtig, da die Seen sowieso zugefroren sind und man nichts vom Wasser sieht.

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Wir haben dieses Häuschen unter fewo-direkt gefunden, Kontakt findet ihr auch unter http://traumvilla-schweden.de/

Wir haben wie gesagt zu viert darin gewohnt und ganz locker Platz gehabt. Perfekter kann ich mir ein Ferienhäuschen eigentlich nicht vorstellen, es hatte eine ganz wunderbare Küche, einen Kaminofen, ein Saunahäuschen außen und war sehr liebevoll eingerichtet. Die Vermieter sind auch sehr nett. Das Häuschen liegt in Backe (Nähe Strömsund).

Wir waren damals 11 Tage vor Ort, Ende Februar bis Anfang März. Viele planen über Weihnachten und Silvester nach Schweden zu fahren, was eine sehr schöne Idee ist, allerdings muss man damit rechnen, dass man kaum Tageslicht hat. Unser Vermieter meinte, im Dezember ist es höchstens von 10 bis 14 Uhr hell. Ende Februar ist die Tageslichtzeit mit Deutschland vergleichbar, damals war es meistens so von 7.30 bis 16.30 Uhr hell.

Da es dort relativ kalt sein kann (wir hatten morgens teilweise -24 Grad), hält man sich doch recht viel im Haus auf, weshalb ein schönes Haus doch sehr viel Wert ist 🙂 Die Kälte ist allerdings eine viel trockenere, als bei uns in Deutschland, es kommt einem bei weitem nicht so kalt vor, zudem gibt es bei den Temperaturen große Schwankungen, manchmal waren es morgens -20 Grad und mittags dann schon -8 Grad. Wir waren jeden Tag mehrere Stunden draußen, sei es um zu wandern, Elche oder Rentiere zu suchen, Langlaufski zu fahren oder um mir einen großen Herzenswunsch zu erfüllen, nämlich die Hundeschlittentour.

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Das war wirklich eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens.

Für diese Touren gibt es in Schweden unheimlich viele Anbieter, wir haben uns damals für Siberian Adventures in Strömsund entschieden. Auf dem etwa einstündigen Weg dorthin haben wir zum ersten Mal Rentiere gesehen, der Tag fing also schon aufregend an. Vor Ort wurden wir dann gleich sehr familiär empfangen, zuerst gab es Kaffee und Tee mit der ganzen Familie in der Stube und später ging es dann raus zu den Zwingern, wo wir von lautem Gebell empfangen wurden. Es ist anfangs schon etwas gewöhnungsbedürftig, da es sehr laut ist und extrem riecht 🙂

Die Hunde wurden dann nach und nach ausgesucht (ihr könnt euch nicht vorstellen, wie groß die Freude der Auserwählten war!) und dann an die Schlitten geschnallt. Wir durften auch mitmachen, was wirklich aufregend war, da die Hunde sich nicht wie die typischen \“Schoßhunde\“ verhalten, sondern doch recht wild sind.

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Anschließend bekommt man eine Einführung. Jeder hat einen eigenen Schlitten und 6 Hunde. Ich wünschte, ich könnte die Stimmung dort in Worte fassen, aber es ist einfach unbeschreiblich. Du stehst auf dem Schlitten, drückst die Bremse, die Hunde ziehen schon und bellen ungeduldig, die Sonne kommt gerade durch die Wolken und die Stimmung ist wie elektrisiert.

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Ich war von uns die erste in der Reihe und als der Guide meinte, ich solle von der Bremse gehen, bin ich zuerst fast hinten runter gefallen, weil die Hunde so eine unglaubliche Kraft haben. Ich habe es dann doch geschafft, mich gerade so noch festzuhalten und ab ging die wilde Fahrt. Man braucht erstmal 10 Minuten, um sich wieder zu fassen und dann ist es einfach nur unglaublich. Wir sind einen Berg hochgefahren und als ich irgendwann nach rechts geschaut habe, hat es mir bei dieser Aussicht fast den Atem verschlagen.

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Oben auf dem Gipfel angekommen war es tatsächlich etwas weihnachtlich, man hört nichts außer dem Schlitten und ist umgeben von verschneiten Tannen oder endlosen Weiten. Ich war zwischendurch so überwältigt von diesem Anblick, dass ich fast zu Tränen gerührt war. Ich lege jedem ans Herz, so etwas wenigstens einmal im Leben gemacht zu haben. Ich bin eigentlich eher ein Freund von Strandurlauben (und ich war auch noch nie Ski fahren), doch diese Erfahrung möchte ich wirklich nicht missen, es war ein richtiges Abenteuer.

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Ich kann euch übrigens versichern, dass es für die Hunde keinerlei Qual oder ähnliches war, den Schlitten zu ziehen. Im Gegenteil. Die, die ausgewählt wurden, haben sich unendlich gefreut und waren ganz wild auf´s laufen. Als wir zwischendurch mal Pause gemacht haben, haben sie sich kurz zu Abkühlung in den Schnee geworfen und anschließend wurde lautstark bellend gefordert, doch endlich wieder weiterzufahren.

Falls ihr auch in der Nähe von Strömsund seid, hier die Webadresse von Siberian Adventures:

http://www.siberianadventure.com/DE_index2.html

Wir haben damals eine Halbtagestour gemacht (hat für den Anfang auch gereicht), die 70€ gekostet hat. Das war es definitiv wert.

Ansonsten sind wir die restliche Zeit viel gewandert, sei es durch verschneite Wälder oder über gefrorene Seen (die Einheimischen sind auch mit ihren Schneemobilen über die Seen gefahren). Meine Lieblingswanderung war, als ich alleine mit Lori über einen Waldweg durch 1 Meter hohen Schnee gestapft bin und wir auf einmal mitten in einer Herde von Rentieren standen, bestimmt 100 Stück. Da sie sehr scheu waren, habe ich hiervon leider kein Foto, aber ich habe eines von einer etwas kleineren Herde, die wir auf einer anderen Wanderung gesehen haben.

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Gourmet-technisch blieben auch keine Wünsche offen. Die Männer haben alle paar Tage gegrillt und es gab Burger, Hot Dogs und als Nachtisch Zimtschnecken.

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Alles in allem war das wohl einer der schönsten Urlaube meines Lebens. Und das, obwohl ich zu dieser Zeit für meine Klausuren in der Uni lernen musste. Das will also etwas heißen 🙂

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Ich hoffe, ich konnte euch einen guten Einblick geben. Falls ihr Fragen habt oder noch ein paar Tipps benötigt, könnt ihr mich gerne per Mail kontaktieren.

Alles Liebe,

Eure Lary

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15 Kommentare zu „Winterurlaub in Schweden“

  1. wow. Du schreibst wirklich toll! Und der Post hat mich an meine Zeit in Kanada zurückerinnert 🙂 Dort bin ich auch Hundeschlitten gefahren. Ein unglaubliches Erlebnis!
    Liebe Grüße 🙂

  2. Juhu, du hast einen Blog! Also wenn du jetzt noch einen YouTube-Kanal eröffnen würdest… Ich würde mir das sehr unterhaltend vorstellen 🙂
    Ganz toller erster Beitrag, vielen Dank für den ausführlichen Einblick in euren Urlaub. Freue mich darauf, mehr von dir zu lesen!
    Hab einen gemütlichen Abend,
    liebe Grüße,
    Pia

  3. Hallo!

    Dein Beitrag ist mit so viel liebe geschrieben, ich dachte ich wäre beim lesen vor Ort. Jedes Foto ist so schön, man könnte sie glatt auf Leinwand drucken und verkaufen 🙂
    Ich möchte unbedingt auch so einen tollen Urlaub machen, nur leider ist mein Freund so gut wie blind und mag so nicht in den Urlaub fahren. Wird wohl immer ein Traum bleiben 🙁

    Ich freue mich schon auf weitere tolle Themen <3

  4. Vielen Dank für diesen wunderbaren Reisebericht und die schönen Fotos. Wäre ich nicht schon Schnee-, Rentier- und Schwedenliebhaber, dann wäre ich es spätestens jetzt. Eine Tour mit einem Hundeschlitten ist mein größter Traum, vielleicht schaffe ich es noch vor dem 60. Liebe Grüße

  5. Lary, ich les echt immer gern von dir ❤ ein Traumurlaub. Das wäre auch mal was für uns. Ein echtes Abenteuer 😍 muss ich mal Reinhold zeigen, um ihn anzustecken. Aber erst müssen die Kinder bischen länger autofahrtauglich werden 😜 Ganz liebe Grüße aus Würzburg, Sandra

  6. Toller Blogbeitrag! Ich war auch schon auf Hundeschlittenfahrt. Das war in Finnland/Lapland. Ich habe es genauso schön wie du empfunden. Ich hatte das Glück Nordlichter zu sehen. War damals im November dort. Freue mich auf weitere Beiträge von dir!

  7. Oh ich will schon unglaublich lange nach Schweden. Eigentlich hatte ich immer vor im Sommer zu reisen, aber ich glaube du hast mich gerade vom Zauber des Winters da oben überzeugt(:! Vielen Dank für die wunderbaren Bilder und diesen Artikel voller Schwedenliebe!
    Liebe Grüße Anne
    http://trustyourgut1.blogspot.de/

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